Sinnvolle Fahrradhupe?

Habe heute ein interessantes Kickstarter-Projekt gefunden: Orp Smart Horn ist eine Lenkerhupe, die helle LEDs zur Beleuchtung und als Signallicht mitbringt – 2 in 1 also.

FIRST, THE PROBLEM: bikes are almost invisible to cars and trucks.
THE IDEA: Make bikers more visible and /or more „hearable“.
THE SOLUTION: A combination dual tone, high decibel bike horn and front beacon light.

Neue Ideen sind immer gut, hier krankt es aber an einigen Stellen:

  • Mir gefällt die Bedienung über einen analogen Hebel, aber der freundliche Hinweiston klingt zu allgemein, wie der Hinweiston der Funkfernbedienung eines Autos. Der Designer hat aber eine Überarbeitung oder sogar Hackbarkeit in Aussicht gestellt.
  • Viel schlimmer und sogar gefährlich ist das komplette Konzept. Die wortwörtliche Lichthupe kann Klingel und Fahrradlampe ersetzen und sollte somit in der Mitte des Lenkers angebracht werden.
    Quelle: ORP Kickstarter

    Quelle: ORP Kickstarter

    Wenn ich nun auf einen Autofahrer zufahre, der mir rechts abbiegend den Weg abschneidet, dann sollten meine Hände die Bremshebel durchdrücken, nicht die Hupe suchen!!
    Was bringt es mir, wenn ich den Autofahrer auf mich aufmerksam mache, wenn ich dann doch mit halber Bremskraft in ihn reinrutsche?!

  • Muss ich mich als Radfahrer wirklich auf Autoniveau hochrüsten? Sollte die Aufmerksamkeit nicht stattdessen von der anderen Seite kommen? Ich trage zu meinem Nutzen einen Helm, nicht damit ich den Frontalunfall mit einem Wagen zugunsten der Versicherung des Autofahrers möglichst unbeschadet überstehe. Ich sollte also nicht derjenige sein, der aktiv aufrüstet um Unfälle zu verhindern. Im Gegenteil: eine laute Hupe ist Kampfradler-Style.

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5 Gedanken zu „Sinnvolle Fahrradhupe?

  1. Christian

    Sollte die Aufmerksamkeit nicht stattdessen von der anderen Seite kommen? […] Ich sollte also nicht derjenige sein, der aktiv aufrüstet um Unfälle zu verhindernIch stimme dir voll und ganz zu, als Fahrradfahrer wird man häufig übersehen oder nicht für voll genommen (weil die meisten Autofahrer ihr eigenes Tempo zugrunde legen). Welche Maßnahmen schlägst du vor?

  2. Marius Artikelautor

    Ich will nicht so weit gehen, dass ich grundlegende Denkweisen-Anpassung in der Gesellschaft fordere, die Leute auf beiden Seiten müssen einfach mal mehr den Kopf benutzen.
    Und auch Radfahrer als Verkehrsteilnehmer akzeptieren. Wenn man aber die wütenden Kommentare manch Bremer Autofahrer/Fußgänger bei Bremenbewegen.de liest, denke ich auch wieder anders…

  3. Christian

    die Leute auf beiden Seiten müssen einfach mal mehr den Kopf benutzen.
    Das wär schon eine grundlegende Verhaltensänderung/Denkweisenänderung 😀
    Man kann sich über die Idioten so viel aufregen, wie man will, bringt ja aber nix. Ich vermute, wenn man mal nach Holland rüberschaut, was die für bauliche Konzepte für den Radverkehr haben, ich glaube, da kann man sehen was ungefähr gemacht werden muss, dass bauliche Änderungen in den Straßen den Radverkehr bzw. seine Position im Verkehr betonen. Wenn das vernünftig gemacht ist, gibts die Verhaltensänderung gleich mit dazu, denke ich.

  4. Thomas

    Solche Projekte findet man immer wieder auf den Crowdfunding Plattformen. Die muss man sich schon ganz genau anschauen.

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