Bürgerbefragung zum Biomasseheizkraftwerk

Eigentlich wollte ich etwas pro und contra zum geplanten Biomasseheizkraftwerk schreiben. Wollte Links zu den anderen Kraftwerken in Deutschland raussuchen und mal die Googlepedia bemühen, wie denn dort die Lage mittlerweile ist. Aber… es gibt kaum etwas.
Zur Lage hier im Flecken Ottersberg hat Heiner schon etwas geschrieben, guckt da mal. Er verlinkt auch die offizielle Broschüre des Flecken Ottersberg. Nun, als Fischerhuder…

Als Fischerhuder sollten wir diese Befragung genauso ernst nehmen, wie es hoffentlich die Ottersberger tun.
Wir selber profitieren sogar mehr als Ottersberg davon, weil wir nur indirekt von den Nachteilen betroffen sein werden – die Vorteile (100% erneuerbare Energien im Flecken, neue Arbeitsplätze, Fernwärme) dürfen wir auch genießen, wobei ich nicht weiß, ob wir auch eine Fernwärmeleitung hierher gelegt bekommen. Die Nachteile, Lärm und höheres Verkehrsaufkommen, tangieren uns weniger.
Aus Gründen der Nachhaltigkeit darf man diese aber auch für Fischerhude nicht aus dem Auge verlieren – der Fairness halber, der Flecken endet nicht hinterm Mühlenberg, und weil noch mehr schief laufen könnte.

Mut macht der Standpunkt des NABU. Zu den „Noch mehr schief laufen können“-Stichpunkten zählt nämlich die Rohstoffversorgung, die Biomasse die verheizt werden soll. Im offiziellen Statement etwas salopp mit „Das Material könnte knapp werden“ umschrieben, verbirgt sich dahinter eine drohende „Vermaisung“ der Wälder – Waldflächen werden von schnellwachsenden Monokulturen ersetzt, die schneller das gewünschte Brennmaterial liefern. Oder das Material muss wegen Knappheit von weiter weg beschafft werden und der Transport erzeugt wieder CO2.
In der Stellungnahme des NABU werden strikte Forderungen gestellt, damit das Vorhaben Biomasseheizkraftwerk nicht nur in den Maßnahmenkatalog der Energiewende hineinpasst, sondern eine Wiederholung der indirekten Umweltbelastung wie bei den Biogasanlagen ausgeschlossen wird.

Laut Waldbericht 2012 des niedersächsischen Ministeriums für uA Wald werden in Niedersachsen jährlich 4,5 Mio Kubikmeter Holz geschlagen – der Zuwachs beträgt mehr als doppelte. Das entspricht auch etwa 4.500.000 Tonnen Holz und unser Ottersberger Biomasseheizkraftwerk soll 55.000 Tonnen im Jahr verfeuern. Jedoch soll schon jetzt mehr Holz geschlagen werden, als für den Wald gut sei.
Gut ist, dass die Förderung durch das Erneuerbare Energien-Gesetz zur Auflage macht dass die Biomasse aus Deutschland stammen muss – schlecht ist wiederum, dass es immer mehr konkurrierende Abnehmer geben wird und bereits gibt.
Nach Auslaufen der Förderung könnte die Anlage auch mit Altholz befeuert werden.

Bis die Förderung in 20 Jahren ausläuft wird aber einiges an Frischholz verfeuert werden – den Transport wird vermutlich die Brüning Gruppe (aus Fischerhude) übernehmen (wieder ein interessanter Gesichtspunkt für Fischerhuder).
Bis dahin gilt es, genau hinzuschauen, was dort dann eigentlich gebaut wird – der Rat plant ja „eine große Bürgerbeteiligung“ anzubieten. Hoffentlich darf man die Planungen auch irgendwo im Internet betrachten.

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2 Gedanken zu „Bürgerbefragung zum Biomasseheizkraftwerk

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